Der „Förderverein FrauenKunstForum Südwestfalen e.V.“

Ein regionales Netzwerk für Frauen im Bereich Kunst und Kultur

 

Was war die Idee?

Wir leben in der Region „Südwestfalen“, zwischen Dortmund und Siegen, zwischen Ruhrgebiet und Sauerland. Das ist zugleich „Kultur-Region“ aber auch im besten Sinne des Wortes „Provinz“. Hier kann man einerseits in Ruhe schaffen und kreativ sein –

aber wer professionell künstlerisch arbeiten und womöglich damit noch Geld verdienen will, stößt schnell an die Grenzen des Machbaren. Diese Schwierigkeit betrifft Männer wie Frauen zunächst gleich. Mann/Frau kennt zu wenig Aussteller, hat keinen Kontakt zum Kulturbetrieb, zu Museen oder namhaften Galerien. Kontakte, Informationen, Namen, Ansprechpartner werden gebraucht und nicht zuletzt der Austausch mit bereits Erfolgreichen.

Wenn sich aus beruflichen oder familiären Gründen in der eigenen Künstler:innenbiografie ein Knick oder eine Lücke gebildet hat, wie das besonders bei Frauen mit Familie der Fall ist, so ist der Neueinstieg in die Künstler:innenlaufbahn wie in jedem anderen Beruf schwierig.

 

Im Jahr 1998 wurde die Vernetzung von Künstlerinnen und Kulturschaffenden der Region Südwestfalen auf Initiative von Kulturamt, Gleichstellungsstelle und VHS der Stadt Hagen als kulturpolitisches Großprojekt gestartet. Der erste öffentliche Auftritt des Projektes erfolgte im Herbst 1999. (siehe Archiv)

 

Das FrauenKunstForum Südwestfalen war anfänglich als regionales

Netzwerk für Künstlerinnen aller Sparten konzipiert und umfasste Autorinnen, Tänzerinnen, Musikerinnen, bildende und darstellende Künstlerinnen.

 

Es bot Kunstschaffenden regelmäßig Gelegenheit zum Erfahrungs- und Informationsaustausch im s.g. FORUM. Es wurden Gruppen- und Einzelpräsentationen an geeigneten Orten unter anderem auch in Zusammenarbeit mit heimischer Industrie unterstützt und darüber hinaus größere regionale Kunstprojekte entwickelt. (siehe Archiv)

 

Das Land NRW förderte die „Geburt“ dieses Netzwerkes finanziell in den ersten beiden Jahren; danach mussten sich die so ermöglichten Strukturen bewähren und selbstständig weiterentwickeln.

 

Die Gründung eines Fördervereines

Im Jahr 2001 gründeten wegen der wegbrechenden Fördermittel einige Künstlerinnen aus dieser Netzwerkinitiative den „Förderverein FrauenKunstForum Südwestfalen e.V.“ und ermöglichten dadurch den Fortbestand des entstandenen Netzwerkes. Schon bei dieser Vereinsgründung verschob sich der Schwerpunkt der Aktiven auf Künstlerinnen der bildenden Kunst.

 

Die Aktivitäten des FrauenKunstForums Südwestfalen erweiterten sich zunehmend über die Region hinaus bis hin zu internationalen Kunstkontakten in Südafrika, Kuba und Litauen. (siehe Archiv)

 

Die künstlerischen Projekte hatten jeweils einen inhaltlichen Schwerpunkt, an dem die Künstlerinnen intensiv allein, aber auch im diskursiven Austausch untereinander arbeiteten. In Teamarbeit wurden innerhalb der Projektgruppen Orte gefunden und mit Ausstellenden und Kunstwissenschaftler:innen Ausstellungen installiert.

2008 entschieden sich die Vereinsmitglieder, die Projekte vor den Ausstellungen von externen Kunsthistoriker und Kunsttheoretiker:innen zu jurieren, um an Professionalität zu gewinnen.

 

Über die Jahre wurden viele spannende Ausstellungen an Kunstorten, aber auch an ungewöhnlichen Orten realisiert.

So entwickelte sich das zunächst spartenübergreifend angelegte Netzwerk FKF besonders in den letzten zehn Jahren ausschließlich zu einem Netzwerk von bildenden Künstlerinnen.

 

Das Älterwerden des Vereins und kaum nachrückenden jüngeren Künstlerinnen führten zu einer gewissen Stagnation. “Ermüdungserscheinungen“ bewegten den seit Jahren gleich besetzte Vorstand zur Niederlegung aller Ämter zum Ende des Jahres 2019. Da sich niemand für die freiwerdenden Posten fand, kam es 2021 letztendlich zur Auflösung des Vereins.

 

Das „FrauenKunstforum Südwestfalen“ besteht nun weiter als offenes Netzwerk (siehe Mitglieder).